Apotheken investieren über 3,6 Mio. Euro in Corona-Schutzmaßnahmen

Blitzumfrage des AVNR bestätigt großen Kostenaufwand

Ob Einmalkosten (z.B. durch die Einrichtung eines Spukschutzes), laufende Sachkosten (z.B. für Desinfektionsmittel, Schutzmasken für Mitarbeiter) oder zusätzliche Personalkosten (z.B. durch Schichtbetrieb, Botendienst, mehr Kundenberatung): Corona-Schutzmaßnahmen verursachen in den Apotheken einen großen Kostenaufwand. Dies bestätigt eine aktuelle Blitzumfrage, die der Apothekerverband Nordrhein onlinebasiert im Zeitraum vom 19.05.2020 bis 28.05.2020 unter seinen Mitgliedern durchgeführt hat. Innerhalb weniger Tage hatten sich über 250 Mitglieder an der Umfrage beteiligt. Das sind gut 10% der Mitgliedsapotheken des Verbandes.

Gemäß der Ergebnisauswertung der Blitzumfrage beziffern sich die durchschnittlichen Gesamtkosten für coronabedingte Schutzmaßnahmen pro teilgenommene Mitgliedsapotheke auf rund 1.714 Euro. Da man davon ausgehen kann, dass auch die nordrheinischen Mitgliedsapotheken, die nicht an der Umfrage teilgenommen haben, in Schutzmaßnahmen investiert haben, ergeben sich hochgerechnet auf die 2.102 Mitgliedsapotheken (bei einem Organisationsgrad des Verbandes von über 98 Prozent sind das fast alle Apotheken in Nordrhein) über 3,6 Millionen Euro an durchschnittlichen Gesamtkosten.

Keine Mitgliedsapotheke musste coronabedingt schließen

„Die Apothekenleiter/innen und ihre Teams haben in einer krisenbedingten Ausnahmesituation besonderes Engagement gezeigt. Nicht nur mit der weiteren Aufrechterhaltung der Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung der Menschen vor Ort.  Vielmehr haben sie auch zum Schutz der Patienten und der eigenen Mitarbeiter in erheblichem Umfang in wirkungsvolle Präventionsmaßnahmen investiert“, erklärt Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein e.V. Ein nachhaltiger Beleg für die Wirksamkeit der frühzeitig ergriffenen Maßnahmen sei auch, dass keine der über 2000 Mitgliedsapotheken coronabedingt schließen musste, so Preis weiter.

Verbandsvorsitzender Preis fordert: „Verantwortungsbewusste Eigeninitiative muss honoriert werden!“

„Während andere Branchen schnell lautstark in Richtung Politik Schutzschirme und Schutzausrüstungen gefordert haben, haben die Apotheken vor Ort selbst die Initiative ergriffen - zum Schutz der Patienten und ihrer Mitarbeiter. Die Politik hat uns im Gegensatz zu anderen Akteuren im Gesundheits- und Gemeinwesen nicht bei der Verteilung von Schutzausrüstungen berücksichtigt. Wir werden uns dafür einsetzen, dass dieses verantwortungsbewusste und gleichzeitig gemeinwohlorientierte Handeln nicht nur von der Politik anerkannt, sondern im wahrsten Wortsinne auch honoriert wird!“, betont Preis. Für zukünftige Pandemiesituationen müsse dringend dafür gesorgt werden, dass auch die Apotheken zum Schutz ihrer Mitarbeiter zwingend von staatlicher Seite mit Schutzausrüstungen versorgt werden.