Antibiotika richtig einnehmen und Resistenzen vorbeugen

Apotheker in Nordrhein klären auf

Bei der Einnahme von Antibiotika gibt es einiges zu beachten, z. B. Wechselwirkungen mit Le-bensmitteln. Apotheker beraten gezielt und intensiv über den richtigen Umgang mit Antibiotika.

Antibiotika sind Medikamente, die Bakterien abtöten oder in ihrem Wachstum hemmen. Durch ihren Einsatz lassen sich ernsthafte Erkrankungen behandeln, die früher oftmals tödlich waren. Werden Antibiotika jedoch unsachgemäß eingenommen, können Bakterien unempfindlich bzw. resistent gegen diese Medikamente werden. Die Zunahme von Antibiotika-Resistenzen ist eine bedrohliche Entwicklung. In Europa sterben jährlich 33.000 Menschen an multiresistenten Keimen. Erst im Januar dieses Jahres hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Antibiotika-Resistenzen zu einer der größten Gesundheitsgefahren weltweit erklärt.

Zum verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika besteht großer Aufklärungsbedarf. Deshalb beraten die Apotheker in Nordrhein persönlich und gezielt über den richtigen Umgang mit diesen wichtigen und manchmal lebensrettenden Medikamenten.

Bakterien sind Überlebenskünstler. Sie vermehren sich schnell und verändern dabei oft ihr Erbgut. „Das führt dazu, dass ein leicht verändertes Bakterium auf einmal nicht mehr auf ein bestimmtes Antibiotikum reagiert. Es überlebt, vermehrt sich und wird weiter übertragen“, erklärt Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein e.V.

Solche Resistenzen können z. B. entstehen, wenn Antibiotika zu häufig eingesetzt werden oder die Einnahme frühzeitig abgebrochen wird. Wichtig zu wissen ist, dass nicht der Mensch resistent gegen ein Bakterium wird, sondern die Bakterien. Diese können nicht nur gegen ein bestimmtes Antibiotikum resistent werden, sondern auch gegen mehrere unterschiedliche Antibiotika. Man nennt sie dann multiresistente Keime.
Gegen diese Keime wirken die „klassischen Antibiotika“ nicht mehr. Immer häufiger müssen dann sogenannte „Reserveantibiotika“ eingesetzt werden. Im schlimmsten Fall wirken selbst diese nicht mehr.

„Durch eine aufgeklärte und verantwortungsvolle Anwendung von Antibiotika können Resistenzen vermieden werden. Jeder Patient kann selber viel dazu beitragen, dass unsere Antibiotika auch in Zukunft noch wirksam bleiben“, sagt Apotheker Thomas Preis.

Um Resistenzen zu vermeiden, sollten Antibiotika ausschließlich nach ärztlicher Verordnung angewendet werden. Und zwar in der vom Arzt vorgegebenen Dosierung und in dem vom Arzt festgelegten Zeitraum.

Antibiotika dürfen nicht bei viralen Infektionen eingesetzt werden. Gegen Viren, die etwa eine Grippe oder normale Erkältungen auslösen, sind sie unwirksam.

Es gibt 80 verschiedene antibiotische Arzneistoffe. Die Apotheker in Nordrhein beraten ihre Patienten über die richtige Einnahme und zu möglichen Wechselwirkungen. Diese können insbesondere in Verbindung mit anderen Medikamenten auftreten, die der Patient gleichzeitig einnehmen muss. Auch Lebensmittel können die Wirkung von Antibiotika beeinträchtigen. „So sollten bestimmte Antibiotika nicht mit Milch oder kalziumreichen Mineralwässern eingenommen werden“, erklärt Thomas Preis.

Reste von Antibiotika sollten auf keinen Fall aufgehoben oder von Patienten bei der nächsten Infektion auf eigene Faust eingenommen werden. Ärztlich verordnete Antibiotika sollten auch nicht an andere Personen weitergegeben werden.

Die richtige Entsorgung von Antibiotika erfolgt über den Hausmüll und nicht über die Toilette oder das Waschbecken. Gelangen sie ins Abwasser, verbreiten sie sich und fördern weiter Resistenzen.

Apotheker Thomas Preis rät zur Vorbeugung: „Wer sich nicht ansteckt, braucht auch keine Antibiotika. Mehrmals täglich gründlich die Hände waschen, in die Armbeuge niesen oder husten und Einmaltaschentücher verwenden. Geschlossene Räume regelmäßig lüften.“