Das Gesundheitswesen ist – nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels – eine Branche mit Zukunft, zu der auch die Apotheken gehören.
Die über 2.500 öffentlichen Apotheken in Nordrhein sichern nicht nur eine ortsnahe und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln sondern stellen knapp 15.000 Arbeitsplätze zur Verfügung, darunter über 200 Pharmaziepraktikanten. Rund 1.000 PKA-Auszubildende und 250 PTA-Praktikanten erlernen ihren Beruf in den öffentlichen Apotheken.
Die Aussichten für junge Menschen, die sich für einen Arbeitsplatz in der Apotheke begeistern, sind gut. Denn qualifizierter Nachwuchs wird gebraucht. Der Grund dafür ist wachsender Bedarf an apothekerlichen Leistungen aufgrund der immer älter werdenden Gesellschaft. Flexible Arbeitszeiten, wohnortnahe Arbeitgeber und die Möglichkeit des Wiedereinstiegs nach der Familienpause machen pharmazeutische Berufe vor allem für Frauen interessant.
Hier zeigen wir, wer alles in der Apotheke arbeitet und wer wofür zuständig ist.
PKA - Das Organisationstalent in der Apotheke
Als Pharmazeutische Kaufmännische(r) Angestellte(r) (PKA) ist man in erster Linie verantwortlich für das Warenlager einer Apotheke. Das Warenlager umfasst bis zu 15.000 Artikel. Die oder der PKA kümmert sich um die Lieferungen des Großhandels, koordiniert Nachbestellungen, sortiert die bestellten Arzneimittel und überprüft das Verfallsdatum der gelagerten Waren. Als PKA unterstützt man die Apothekerin / den Apotheker auch in buchhalterischen Aufgaben und ist somit das unverzichtbare Organisationstalent der Apotheke.
Schulische Voraussetzungen
Für eine Ausbildung zur / zum PKA wird kein Schulabschluss benötigt. Ein Hauptschulabschluss wird jedoch empfohlen.
Ausbildung
Die Ausbildung zur / zum PKA ist dreijährige duale Ausbildung. Das heißt, dass die / der Auszubildende in einer Apotheke praktisch ausgebildet wird und parallel dazu eine Berufsschule besucht. Während der Ausbildung muss nach eineinhalb Jahren eine theoretische Zwischenprüfung und nach drei Jahren eine Abschlussprüfung in Theorie und Praxis absolviert werden.
Ist der Beruf einer / eines Pharmazeutische Kaufmännischen Angestellten etwas für mich?
Da die Haupttätigkeit einer / eines PKA im kaufmännisch-organisatorischen Bereich liegt, sollte einem der Umgang mit EDV-Programmen und Apothekensoftware liegen und vor allem Spaß machen.
Weiterführende Informationen zu Berufen in der Apotheke finden Sie auf den Seiten der Apothekerkammer Nordrhein.
PTA - Die rechte Hand des Apothekers
Als Pharmazeutische Technische(r) Angestellte(r) (PTA) arbeitet man vor allem in der Offizin, dem Kundenbereich einer Apotheke. Somit unterstützt man die Apothekerin / den Apotheker selbstständig bei der Abgabe von Arzneimitteln und der Beratung zu rezeptfreien und rezeptpflichtigen Medikamenten sowie zur richtigen Einnahme.
Schulische Voraussetzungen
Die Ausbildung zur / zum PTA setzt einen Realschulabschluss oder einen vergleichbaren Schulabschluss voraus.
Ausbildung
Die Ausbildung zur / zum Pharmazeutisch Technischen Angestellten beginnt mit einer zweijährigen Ausbildung in einer PTA-Lehranstalt. Nordrheinische PTA-Lehranstalten in der Nähe findet man auf den Seiten der Apothekerkammer Nordrhein. In dieser Zeit muss ein vierwöchiges Praktikum in einer Apotheke absolviert werden. Nach dem anschließenden ersten Teil der staatlichen Prüfung (Schriftlich, mündlich und praktisch) wird die / der angehende PTA sechs Monate in einer Apotheke ausgebildet. Danach erfolgt der zweite Teil der staatlichen Prüfung, in dem mündlich im Fach Apothekenpraxis geprüft wird.
Ist der Beruf einer / eines Pharmazeutische Technischen Angestellten etwas für mich?
Da man als PTA sehr viel Kundenumgang hat und neben der Apothekerin / dem Apotheker eine wichtige Beratungsfunktion übernimmt, ist Kontaktfreudigkeit gefragt. Interesse an Naturwissenschaften, Freude an der Arbeit im Team und Spaß an abwechslungsreichen Aufgaben sind die besten Voraussetzungen für eine Ausbildung zur / zum Pharmazeutische Technischen Angestellten.
Weiterführende Informationen zu Berufen in der Apotheke finden Sie auf den Seiten der Apothekerkammer Nordrhein.
Apothekerin / Apotheker - Arzneimittelspezialist mit vielseitigen Perspektiven
Die meisten ApothekerInnen sind in einer öffentlichen Apotheke als Angestellte oder Apothekenleiter tätig. Neben der Herstellung der auf Rezept verordneten Rezepturen im Labor steht vor allem die Beratung und Information der Patienten im Vordergrund. Dabei geht es meistens um die richtige Einnahme der Medikamente und Hinweise auf Neben- bzw. Wechselwirkungen insbesondere bei Patienten, die aufgrund vielfältiger Erkrankungen mehrere Arzneimittel einnehmen müssen. Darüber hinaus berät die Apothekerin / der Apotheker in Fragen rund um Blutdruck- und Blutzuckerselbstmessungen, die Anwendung von Medizinprodukten (wie z.B. Inhalationshilfen) und bei der Auswahl von Hilfsmitteln. Selbstständige ApothekerInnen müssen zusätzlich über Kenntnisse im kaufmännischen Bereich verfügen und Personalverantwortung übernehmen.
Schwerpunkte im Pharmaziestudium
Das Pharmaziestudium ist in drei Ausbildungsabschnitte unterteilt. Im ersten Abschnitt, der vier Semester umfasst, werden die Grundlagen in Chemie, Analytik, Biologie und Arzneiformenlehre gelehrt. Dieses Grundstudium endet mit dem 1. Teil der Pharmazeutischen Prüfung. Im Hauptstudium, dem zweiten Abschnitt, werden die speziell pharmazeutischen Inhalte intensiviert. Das Hauptstudium schließt mit dem 2. Teil der Pharmazeutischen Prüfung ab. Nach dem Abschluss des Hauptstudiums muss eine 12-monatige praktische Ausbildung absolviert werden, von der mindestens 6 Monate in einer öffentlichen Apotheke verbracht werden müssen. Auch dieser dritte Abschnitt endet mit einer staatlichen Prüfung. Nach erfolgreichem Bestehen kann der Antrag auf Erteilung der Approbation gestellt werden. Die Approbation berechtigt die Apothekerin / den Apotheker zum Führen seiner Berufsbezeichnung.
Weiterführende Informationen zu Berufen in der Apotheke finden Sie auf den Seiten der Apothekerkammer Nordrhein.