Durchführung von Corona-Schnelltests in Apotheken flächendeckend möglich

Aktuelle Blitzumfrage des Apothekerverbandes Nordrhein e.V. bestätigt große Leistungsbereitschaft der Apotheken und Forderung nach ausreichender Honorierung und Corona-Impfungen für Mitarbeiterteams

Thomas Preis, Vorsitzender Apothekerverband Nordrhein e.V.

Die bürgernahe Versorgung von Corona-Schnelltests, die in Apotheken durchgeführt werden, ist möglich - das bestätigt eine aktuelle Blitzumfrage des Apothekerverbandes Nordrhein e.V. Wichtig für das Engagement in diesem neuen Betätigungsfeld sind für die Apothekerinnen und Apotheker eine ausreichende Honorierung und Corona-Impfungen für Mitarbeiter:innen als Infektionsschutz. An der Blitzumfrage haben sich von Freitag, 26.02.2021, bis Montag, 01.03.2021, mit 300 Apotheken fast 15 Prozent der 2.100 Mitgliedsapotheken beteiligt.

Die Befragung hat ergeben, dass bereits heute jede zehnte Apotheke, also etwa 250 Apotheken, Corona-Schnelltests durchführt. „Das bedeutet, dass rein rechnerisch pro Stadt oder Gemeinde an Rhein und Ruhr etwa zwei Apotheken diese für das Gemeinwohl so wichtige Angebot schon heute anbieten. Und die Tendenz ist steigend. Denn viele weitere Apotheken beschäftigen sich damit, Schnelltests in naher Zukunft durchzuführen“, verdeutlicht Thomas Preis, Vorsitzender Apothekerverband Nordrhein e.V. Die Ergebnisse der Befragung zeigten auch, dass sich die Zahl der testenden Apotheken sogar verdreifachen ließe. „Das wären dann gut 750 Apotheken an Rhein und Ruhr - jede dritte Apotheke“, so Preis.

Honorierung muss in Anbetracht der Investitionskosten wirtschaftlich angemessen sein

Seit Dezember des letzten Jahres dürfen Apotheken Corona-Schnelltests durchführen. Um Schnelltests durchzuführen, mussten die Apotheken teilweise erheblich investieren, im Schnitt ca. 1.000 € pro Apotheke, teilweise auch weit darüber hinaus. Auch laufende Vorhaltungskosten wie zusätzliche Mietkosten für separate Räume, EDV, Hygiene- und Schulungsmaßnahmen schlagen zu Buche. Deshalb erwarten die Apotheken zumindest eine wirtschaftlich angemessene Honorierung von etwa 35 €. Das entspricht den aktuellen Preisen, die in den Apotheken im Durchschnitt bei 37 € pro durchgeführtem Test liegen. Zurzeit werden die Kosten noch nicht von Kostenträgern übernommen.

Impfschutz für Mitarbeiterteams unabdingbare Voraussetzung

„Eine der wichtigsten Voraussetzungen, sich in eine Teststrategie einbinden zu lassen, ist aber ein Infektionsschutz der testenden Mitabeiter:innen durch eine Corona-Impfung“, so Preis. „Mit Blick auf die zentrale Bedeutung der Apotheken für die Arzneimittelversorgung und dem bei der Durchführung von Nasen-Rachen-Abstrichen sehr hohen Expositionsrisko ist die Sorge der Kollegen um die Gesundheit Ihrer Mitarbeiterteams richtig, nachvollziehbar und wird von uns sehr deutlich unterstützt“, betont Preis.
Nur 25 % der Apotheken wollen in keinem Fall die Durchführung von Corona-Schnelltests in ihr Dienstleistungsangebot aufnehmen.

Corona-Schnelltests zur Eigenanwendung bereits in dieser Woche in den Apotheken erhältlich

Der Apothekerverband Nordrhein geht davon aus, dass noch in dieser Woche die ersten Corona-Schnelltests zu Selbstanwendung durch Laien in Apotheken erhältlich sein werden. Sie ermöglichen, sich selbst zu Hause, auf Reisen, am Arbeitsplatz oder vor dem Zusammentreffen mit anderen Menschen zu testen. Zahlreiche Anbieter wollen dieses sehr beratungsintensive Produkt zunächst nur über die 18.000 Apotheken in Deutschland vertreiben. „Unsere pharmazeutischen Teams in den Apotheken sind bestens vorbereitet, jedem Kunden die wesentlichen Beratungshinweise zu geben, damit der Test zu Hause auch erfolgreich durchgeführt werden kann“, erklärt Preis. In diesem Zusammenhang kritisiert Preis die politische Entscheidung, die auch den Verkauf außerhalb von Apotheken erlaubt hat.

„Der Verkauf von Schnelltests außerhalb der Apotheken ohne Beratung wird unser Gesundheitswesen durch zahlreiche Falschanwendungen belasten und falsch getestete Menschen verunsichern oder in falscher Sicherheit wiegen“, prognostiziert Preis. „Es ist ein großer Fehler der Politik, dieses sehr erklärungsbedürftige Produkt wie eine herkömmliche Konsumware in Handelskanälen zu vermarkten, die keine fachliche Expertise haben.“  

Fachkundige Beratung ist unverzichtbar

„Nur richtig angewendete Selbsttests können auch zuverlässige Ergebnisse erzielen und den Schutz und die Sicherheit gewährleisten, die sich jeder zu Recht davon verspricht. Nur so können Schnelltests einen Beitrag zur Pandemiebewältigung, zu mehr Sicherheit und zu einem Leben mit weniger Einschränkungen leisten“, betont Preis. „Wir haben da jetzt eine große Verantwortung.“ Unabhängig von der wichtigen Bedeutung von Corona-Schnelltests zur Pandemiebewältigung weist Thomas Preis darauf hin, dass Corona-Schnelltests immer nur eine Momentaufnahme darstellen. Auch bei einem negativen Testergebnis sei es unverzichtbar, weiterhin die zentralen Schutzmaßnahmen wie Abstand halten, Hygiene beachten und eine wirksame Schutzmaske tragen zu beherzigen.