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Bundesgesundheitsminister Bahr spricht sich für freien Heilberuf Apotheker aus
Anlässlich des Sommerempfangs des Apothekerverbandes Nordrhein e.V. am 15.09. im Düsseldorfer Maxhaus hat sich Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr vor den über 120 Gästen für die Arzneimittelversorgung durch den freien Heilberuf Apotheker ausgesprochen. Gleichzeitig bekräftige er sein Engagement für ein Verbot für Pickup-Stellen, das durch verfassungsrechtliche Bedenken des Bundesjustiz- und Innenministeriums vorläufig nicht umgesetzt werden konnte. Hier sei es möglich einen neuen Anlauf zu unternehmen. Neuen Ideen seitens der Apothekerschaft, die mehrheitsfähig und verfassungsgerecht sind, seien willkommen, so der Minister. Gleichzeitig betonte Bahr, dass Pickup-Stellen vom Verbraucher kaum in Anspruch genommen würden. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministers nutzen 97 Prozent die öffentlichen Apotheken, um ihr Rezept einzulösen.

Thomas Preis, Vorsitzender des AVNR, mit
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr
Darüber hinaus lobte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr die gemeinsame Initiative der beiden Heilberufe Arzt und Apotheker im Rahmen des ABDA-/KBV-Modells. Die Vorwürfe, der Medikationskatalog sei die Wiedergeburt der Positivliste, könne er nicht nachvollziehen. Nach Einschätzung des Ministers biete der Medikationskatalog den Heilberuflern die notwendige Vielfalt und Freiheiten, ihre Patienten individuell zu behandeln, weil es sich beim Medikationskatalog nicht um zwingende Vorgaben handele, sondern um Emp-fehlungen. Gleichzeitig berücksichtige er die Interessen der Versicherten nach einer ökonomischen Arzneimittelversorgung. Eine Positivliste werde es mit ihm nicht geben, machte der Minister deutlich. In diesem Zusammenhang bekräftigte er den Willen der Bundesregierung, die Vorstellungen von Ärzten und Apothe-ker zur Arzneimittelversorgung in einem Modellversuch zu erproben. Der Medikationskatalog werde in das Versorgungsgesetz aufgenommen, kündigte er an. Darin sei er sich mit dem gesundheitspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, der ebenfalls zu den Gästen des Apothekerverbands Nordrhein zählte, einig. Ziel der Bundesregierung sei es, das Modell zuerst nur in einer Region zu testen. Wenn sich das Konzept in diesem Test beweise, könne es in die Regelversorgung übernommen werden, sagte Bahr.
Dringender Handlungsbedarf bei Apotheken-Honorierung
In seiner Begrüßung fand der Vorsitzende des Apothekerverbandes Nordrhein e.V. mit Blick auf die negativen Auswirkungen des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) auf die öffentlichen Apotheken deutliche Worte und betonte: „Es erklärt sich somit allein aus den Belastungen des AMNOG, dass bei der Apotheken-Honorierung dringender Handlungsbedarf besteht!“ Daher forderte er eine Anpassung des Apo-thekenabschlags. Anders könnten die tatsächlichen Aufwendungen für Löhne, Sachkosten und erhöhten Aufwendungen für die Umsetzung der Rabattverträge nicht mehr in unseren Apotheken kompensiert wer-den, so Preis.
Da der fixe Anteil der Apotheker-Honorierung seit vielen Jahren unverändert sei, sprach sich Thomas Preis für eine Dynamisierung dieses Teils aus und begrüßte es, dass es aus dem Bundesgesundheitsministerium bereits erste positive Signale gäbe. Zudem verwies Preis auf Honorarbestandteile für weitere gemeinwohl-pflichtige Apothekeraufgaben wie Nacht- und Notdienst, BTM-Dokumentation und insbesondere Rezepturherstellung, die ebenfalls nicht angepasst wurden und somit schon seit Jahren nicht mehr kostendeckend seien. Ein Handlungsbedarf sei hier selbsterklärend, betonte der Verbandsvorsitzende.
Der Sommerempfang des Apothekerverbandes Nordrhein e.V. erwies sich erneut als wichtige gesundheitspolitische Dialogplattform. Neben Gesundheitsminister Daniel Bahr konnte der Verband gestern über 120 Gäste begrüßen, darunter die Staatssekretärin Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter im Land NRW, Marlies Bredehorst, sowie Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Darüber hinaus weitere Vertreter aus Politik, von Krankenkassen, der Kassenärztlichen Vereinigung, des pharmazeutischen Großhandels, der Pharmaindustrie, Selbsthilfegruppen sowie weiteren Kooperationspartnern.
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